Lene Auweiler strebt das höchste Amt der Stadt an: Die sympathische Mittfünfzigerin, gestandene Bürgermeisterin, wenn auch noch immer Außenseiterin in der Politik, ist bereit, bei der bevorstehenden Oberbürgermeisterwahl gegen Günther Nelles, den politikerfahrenen Immobilienmakler mit den grauen Schläfen, zu kandidieren – gegen einen Mann, der sein Leben lang das, was er sich vornahm, auch durchsetzte.
Weniger gelassen als Lene selbst sieht ihr Mann Raimund, niedergelassener Arzt im Ruhestand – aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird –, dieser Kandidatur entgegen. Denn die attraktive Lene ist eine Frau mit bewegter Vergangenheit. Und dann gibt es da noch ihre elf Jahre ältere Schwester Edda, schwarzes Schaf der Familie, die als Flüchtlingskind all die Traumata der Kriegs- und Nachkriegszeit durchleben mußte, von denen Lene verschont blieb, und die sich ewig zurückgesetzt vorkommt – ein gefundenes Fressen für jeden Journalisten, der der Bürgermeisterin etwas am Zeug flicken will.
Raimund Auweiler, der immer mehr Fußangeln und Fallstricke für Lene voraussieht, fühlt sich zunehmend herausgefordert, in die politische Schlammschlacht nun seinerseits einzugreifen, denn seine Vergangenheit als Arzt hat ihn in so manches Patientengeheimnis eingeweiht.
Vordergründig ein satirisches Pandämonium unserer Politkultur, ist ›Die Konkurrentin‹ auch ein faszinierender Roman über die ungleichen Lebensläufe zweier Schwestern und damit über ein dramatisches Kapitel deutscher Zeitgeschichte. Und es ist die berührende Geschichte eines alternden Mannes, der Mühe hat, mit seiner weitaus jüngeren tatkräftigen Frau Schritt zu halten.