›Vielleicht machte ihr die Einsamkeit ihres Sohnes tatsächlich Sorgen, doch ich hatte den Eindruck, Freunde hielt sie nicht unbedingt für das richtige Mittel dagegen.‹
In Arjounis Geschichten gehorcht das Leben kaum je den Regieanweisungen: Meist läuft es anders, und oft geht es unerwartete Wege. Da heuert ein Theatermann einen Trampenden an, für ihn den Jugendfreund zu spielen, weil er vor seinen Kollegen nicht als Arbeits-Zombie dastehen will. Der alte Kanter findet in ländlicher Zurückgezogenheit mehr als seinen Frieden. Ein Schriftsteller glaubt, als Geisel eines Banküberfalls das wahre Leben zu entdecken. Gambler und Loser, Tagträumer, Söldner und jene, die den großen Reibach machen: In Arjounis Geschichten kommt es zu unvermuteten Begegnungen in den verschiedensten Milieus. Arjouni erzählt von einer Bankräuberin, einem liebeskranken ehemaligen Kickboxer und Biederbürgern, deren Verlogenheit preisgekrönt wird.
Witzig, ironisch, pointiert erzählt Jakob Arjouni von Aufstieg und Absturz seiner Figuren. Er weiß, dass es im Leben selten ein Happy End, aber sehr wohl gute Geschichten gibt.