»Wenn ich ihn trotzdem wolle, um jeden Preis? Tja, dann müsse ich ihn an mich binden. Was bedeutete das? Was für einen Leim gab es dafür? Dieser seltsame Glanz in ihren Augen, als sie das sagte. Als wisse sie etwas, das ich nicht wusste und von dem sie auch hoffte, dass ich es nicht wusste. Ein unheimliches, wissendes Frauenlächeln, das war es. Ich hätte mich umbringen können, dass ich ihr überhaupt etwas anvertraut hatte.«
Die intimen Bekenntnisse der zwanzigjährigen Edna Mauskopf, die eine allzu große, verwirrende Liebe zu ihrem Kommilitonen Samuel empfindet. Samuel, wie Edna jüdischer Abstammung – beider Eltern haben traumatische Kriegserinnerungen –, ist nicht nur die Liebe ihres Lebens, er ist ein Seelenverwandter. ›Das Gewissen‹ ist ihre und auch seine Geschichte. Edna wird sich zum Schluss von Samuel freischreiben und damit von einer exzessiven Liebe in all ihrer Tragik, einer Suche nach Erfüllung und Erlösung, herzzerreißend und todkomisch zugleich, denn Edna ist nicht zuletzt eine Meisterin im Aufspüren von Peinlichkeiten.
Ein kühnes, ungewöhnliches Buch über eine junge Generation, die, glücklich und verwöhnt, darunter leidet, keine Besessenheiten mehr empfinden und keine Tatkraft entwickeln zu können, die jedoch intensiv mit den Schatten und Ängsten der Eltern gelebt hat.