Jane-Austen-Liebhaber kennen sie aus ihrem Roman ›Mansfield Park‹: Die Ward-Schwestern. Und Austen-Leser ebenso wie Aiken-Fans werden Anteil nehmen am Schicksal der vierten und jüngsten Schwester, Hatty Ward (die Joan Aiken hinzuerfunden hat). Hatty verfügt weder über eine große Mitgift noch über herausragende Schönheit, so daß sie sich schon bald in der Rolle einer Gouvernante wiederfindet. Und doch werben viele um sie, denn an Tatkraft und Herzensgüte steht sie so schnell niemandem nach. Im Gegenteil: Wohin es sie auf ihrer Odyssee durch die reichen Häuser auch verschlägt, fügt sie sich ein und bewährt sich. Doch nicht alle sind von derselben Bescheidenheit und Aufopferungsbereitschaft: Die ebenso verbitterte wie standesbewußte, in Sitte und Anstand gefangene Lady Ursula verfolgt Hatty regelrecht. Und dank einer unerwarteten Schicksalswendung wetteifert Hatty schon bald mit Lady Ursula um die Gunst eines gewissen Lords…
Joan Aiken hat mit ›Die jüngste Miss Ward‹ eine wunderbar atmosphärische, nahegehende Liebesgeschichte verfaßt und Frauenschicksale in einer Epoche beschrieben, die uns ebenso idyllisch wie zeitlos aktuell erscheint: Fördernd und einfühlend gewinnt die mittellose Hatty viel Zuneigung, ist aber stets auch mit den strengen Gesetzen der Gesellschaft konfrontiert. Mit Hatty Ward, die eigene Gedichte schreibt, befreit Joan Aiken die Familie Ward aus dem Korsett ihrer Zeit: Während am Horizont die Französische Revolution aufdämmert, meistert Hatty Ward ihr Schicksal als moderne, innerlich unabhängige Frau…