Für Jane-Austen-Fans ist es überaus enttäuschend, daß die von ihnen so verehrte Autorin nach bereits siebzehneinhalbtausend Worten ihren Roman ›Die Watsons‹ aufgab. Er ist, wie Margaret Drabble es ausdrückt, ein »verlockendes, bezauberndes und überaus gekonntes Fragment, das mit Sicherheit ihren anderen sechs Romanen ebenbürtig gewesen wäre«.
Joan Aiken greift die Austen-Geschichte auf und entwickelt sie weiter – der Meisterin durchaus ebenbürtig, aber doch auf ihre eigene typische Art.
Die nach dem Tod ihrer Mutter von der Tante adoptierte Emma ist mit neunzehn zu dem kränkelnden Vater und ihrer Lieblingsschwester Elizabeth zurückgekehrt. Ihr fader Bruder Robert wohnt mit seiner habgierigen Frau in Croydon; die zänkische Schwester Penelope hat scheinbar eine gute Partie gemacht; ihr Bruder Sam bemüht sich um beruflichen Erfolg als Arzt, und Emmas Schwester Margaret glaubt, Tom Musgrave zu lieben. Mit großer Kunstfertigkeit gelingt es der Autorin, diesen Austen-Figuren ein eigenes Gesicht zu geben.
Fans von Jane Austen – und auch solche von Joan Aiken – werden ihre Freude an dieser spannenden Unterhaltung haben. Wenn schon von der großen Meisterin selbst keine neuen Romane mehr zu erwarten sind, ist dies gewiß ein angemessener Ersatz.