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Place de la Bastille
Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers
Paul de Wit hat eine Obsession: Er möchte die Geschichte korrigieren. Vor allem die seiner Familie. Ausgerechnet auf der Place de la Bastille meint er seinen totgeglaubten Zwillingsbruder entdeckt zu haben. In ihm flammt die wahnwitzige Hoffnung auf, sich doch noch mit seiner Geschichte versöhnen zu können.
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Paul de Wit ist süchtig, fernsehsüchtig. Nach außen hin führt der Geschichtslehrer mit seiner Frau Mieke und den beiden Töchtern ein stabiles bürgerliches Leben. Doch Paul ist ausgebrannt, er ist dabei, sich zu verflüchtigen, wie es Mieke nennt. Er schreibt an einem Buch über die gescheiterte Flucht Ludwigs XVI. nach Varennes zu Beginn der Französischen Revolution. Er möchte zeigen, dass es keine Zwangsläufigkeit, keinen Sinn in der Geschichte gibt, sondern dass sie aus einer Kette von Zufällen besteht. Warum beschäftigt sich ein Niederländer so obsessiv mit einem französischen König? Seine Frau Mieke ahnt, was ihn dabei umtreibt: Paul hat seine jüdischen Eltern im Konzentrationslager Auschwitz verloren, seine Familie, seine Herkunft sind wie ausgelöscht. Und im Grunde bewegt ihn nur eines: Paul möchte die Geschichte berichtigen. Er möchte eine Vergangenheit wiederfinden, die nie Vergangenheit werden durfte. Mieke ermutigt ihn, seine Recherchen zu Ludwig XVI. in Paris wiederaufzunehmen. Dass sie ihn dabei auch seiner jüdischen Geliebten Pauline wieder in die Arme treibt, weiß sie nicht. Mit der jungen Frau verbindet ihn eine tiefe Seelenverwandtschaft. Und da ist noch etwas: Auf einem Foto, das er auf der Place de la Bastille aufgenommen hat, ist nicht nur Pauline zu erkennen, sondern im Hintergrund ein Mann, der Pauls Doppelgänger sein könnte. Oder aber sein Zwillingsbruder – von Paul totgeglaubt. Eine verzweifelte Suche beginnt.
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eBook, 160 Seiten (Printausgabe)
erschienen am 22. April 2020

978-3-257-61028-4
€ (D) 6.99 / sFr 9.00* / € (A) 6.99
* unverb. Preisempfehlung
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Leon
de Winter

Leon de Winter, geboren 1954 in ’s-Hertogenbosch als Sohn niederländischer Juden, arbeitet seit 1976 als freier Schriftsteller und Filmemacher und lebt in den Niederlanden. 2002 erhielt er den ›Welt‹-Literaturpreis, 2006 die Buber-Rosenzweig-Medaille für seinen Kampf gegen Antisemitismus, und 2009 wurde er mit dem Literaturpreis der Provinz Brabant für ›Das Recht auf Rückkehr‹ ausgezeichnet. Seine Romane wurden in 20 Sprachen übersetzt, zuletzt erschien bei Diogenes ›Stadt der Hunde‹ (2025).

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