Ein Schweizer Bankier wird tot aufgefunden, sein Sohn verschwindet am darauffolgenden Tag. Ogden, gerade erst aus dem Spionagegeschäft ausgestiegen, wird quasi als Privatdetektiv dafür engagiert, den 20-jährigen Willy wiederaufzufinden. Doch die Sache ist nicht so privat, wie sie auf den ersten Blick aussieht. Willy weiß etwas, was schon seinen Vater das Leben gekostet hat – es geht um den Verbleib jüdischen Vermögens in den vierziger Jahren. Willy hat von seinem Vater Einblick in Unterlagen bekommen, deren Inhalt nicht nur die Banken, sondern auch die Geheimdienste verschiedenster Nationen in Angst und Schrecken versetzt. Denn diese 50 Jahre alten Geschichten sind nicht Schnee von gestern: Das verschollene Geld liegt heute bei staatstragenden Organisationen.
Die Suche nach Willy führt Ogden von Zürich nach Südfrankreich. Denn Willy ist seiner Intuition gefolgt und ins Land der Katharer geflüchtet. Dieses Volk von Häretikern wurde im Mittelalter bekämpft – wie auch damals schon die Juden – und in den Albigenser-Kriegen vernichtet.
Aktuelles vermischt sich mit Historie, Privates mit Politischem, nationale und zeitliche Grenzen werden verwischt – mit viel Feingefühl nähert sich Liaty Pisani dem Thema Völkermord, ohne auf einen spannenden Plot mit nahezu spielbergschem Finale zu verzichten.