In Port-en-Bessin, irgendwo an der französischen Nordseeküste, ziehen die Tage dahin, konturlos, »als gäbe es weder Morgen noch Mittag, noch Abend, allenthalben herrscht derselbe Grauton, das Grau der Quadersteine, unterbrochen nur vom weißen Wellenschaum, der auf den Wellen tanzt, und den schwarzen, spröden Schiefersteinen, die so scharf hervortreten, als hätte man sie mit Tusche auf Glanzpapier gezeichnet«. In diesem Dorf arbeitet Marie als Kellnerin im ›Café de la Marine‹. Still und verschlossen, spröde wie die Landschaft und Atmosphäre um sie herum, wirkt sie nahezu undurchdringlich. Ihr Geliebter, Marcel, ist fasziniert von ihrer rätselhaften Ausstrahlung. Und auch der Geliebte ihrer Schwester Odile, Chatelard, Café- und Kinobesitzer aus Cherbourg, kann sich ihrem Bann kaum entziehen … Mit sparsamsten Mitteln, ganz natürlich und unauffällig, hat Simenon ein beeindruckendes Porträt geschaffen, eine seltsam schöne Frau gezeichnet und die Wirkung beschrieben, die sie ohne ihren Willen und ohne eigenes Zutun auf ihre Umwelt hat.
Der Roman wurde 1949 von Marcel Carné mit Jean Gabin, Nicole Courcel und Blanchette Brunoy in den Hauptrollen verfilmt.